Google Buzz: A Quantum Leap for Google, World Domination and Web3.0?
Ich habe nochmal über das Thema Google Buzz geschlafen und ich wage es heute zwei Thesen aufzustellen, die ich sogleich begründen werde:
1. Google wird mit “Buzz” seine Suchmaschine “Search” einen Quantensprung nach vorne bringen.
2. Google wird mit “Buzz” eine neue Zielgruppe an Social Media heranführen, die bisher noch nichts mit Social Media zu tun hatten.
Wie/Warum?
Naja, wir stellen uns vor, dass Millionen von Nutzern täglich Buzz nutzen werden und damit News posten. Fotos, Videos, Nachrichten, RSS-News – alles eben was Internet-Nutzer für erwähnenswert halten. Diese relative kleine Gruppe an Social-Media-savvy Creators und Conversationalists, wie sie auf Forrester’s Social Media Ladder genannt werden, machen also das was sie schon immer gemacht haben. Nichts neues bis hier her.
Einige Posts – und wir reden abermals von täglich Millionen von Posts – werden wohl öffentliche Posts werden, also solche, die für das gesamte weltweite Internet bestimmt sind (nicht nur für eine dedizierte Gruppe von Freunden). So wie das bisher auch bei Twitter, Tumblr mit allen Blogs und neuerdings auch mit Facebook möglich ist. Nichts neues bis hier her.
Vor Kurzem hat Google angekündigt Social-Media-Content in ihren Suchergebnissen darzustellen, also Posts von Twitter, Tumblr, Facebook etc. Google nennt das Real-Time-Search, es hätte aber auch Social-Media-Search heißen können.
Das Besondere ist, dass Google endlich “Content von Usern für User” zu bieten hat! Bisher haben Google Robots das Internet anhand eines eigenen und sich ständig ändernden Algorithmus nach “wertvollen” Websites durchsucht, die User interessieren könnten.
Das Ergebnis war immer befriedigend aber lange nicht perfekt. Mit Real-Time-Search können nun User nach Inhalten suchen, die User interessieren (weil sie sie ja gepostet haben) und nicht nur Maschinen (Google Robots). Ein kleiner Schritt in Richtung Web 3.0. (Live ist das Feature noch nicht, wir warten aber sehr gespannt darauf.) Nichts neues bis hier her.
Die Frage die sich jetzt stellt ist:
Warum launcht Google mit “Buzz” einen eigenen Social-Media-Dienst obwohl es mit Real-Time-Search bereits all diese Inhalte von Twitter, Friendfeed, Tumblr, Cliqset, Facebook, etc. in seinen Suchergebnissen zu bieten hat und Buzz eigentlich nichts Neues ist?
Meine Antwort und zugleich die Begründung meiner beiden Thesen lautet:
Google gehören diesen Inhalte dann und kann damit wesentlich mehr anfangen als sie nur darzustellen …
Google-User können Inhalte “liken”, bewerten, kommentieren, bookmarken, weiterleiten, recommenden, bookmarken, (semantisch) gruppieren. Die User übernehmen also die Rolle von Robots, das Web wird sortiert und semantisch kategorisiert, von Menschen, endlich. Diese Features gibt’s allerdings nur für User mit einem Google-Account, doch der sollte aufgrund der überwältigenden Menge an Vorteilen schnell erstellt sein. Was Google die letzten Jahre nicht geschafft hat, könnte bald Wirklichkeitsein: Google wird nicht mehr von “Fremden” benutzt, sondern von “Usern” …
Ausblick:
In absehbarer Zeit wird wohl (übertrieben gesagt) “jeder” Internet-User auch ein Google-Account-User sein, das Internet wird social, semantisch und die Inhalte sowie diese ganze Ordnung gehören einer Firma: Google.
Gefallen mir die Features: Ja. Gefällt mir der Gedanke: Nein.